Festmacher, Festmacherleinen, Festmacherseile

In dieser Kategorie können Sie Festmacher, Festmacherleinen und Festmacherseile bestellen. Dieses Tauwerk eignet sich besonders gut zum Festmachen eines Bootes am Kai, am Pier oder (im Päckchen) an einem anderen Boot. Ziel ist es, dass Ihr Boot sicher vertäut und ruhig am Liegeplatz verbleibt – und das auch bei starkem Seegang. Daher benötigen jedes Motorboot und jedes Segelboot zuverlässige Festmacher! Wir haben für Sie die wichtigsten Infos und Tipps zusammengestellt, die Sie bei der Auswahl des richtigen Festmachers für Ihr Boot berücksichtigen sollten:

Die ideale Festmacherleine sollte eine Kombination von sechs verschiedenen Eigenschaften aufweisen:

  • Elastizität / Reck: Ein guter Festmacher ist sehr dehnfähig, damit das Boot möglichst ruhig liegt. Eine Festmacherleine mit hoher Dehnfähigkeit (angegeben in %) kann die durch den Seegang erzeugten Bootsbewegungen teilweise ausgleichen. Je elastischer die Festmacher, desto besser wird die von Wind und Wellen erzeugte Energie von den Leinen aufgenommen und wirkt nur gedämpft auf das Boot. Das macht einerseits den Aufenthalt auf dem festgemachten Boot angenehmer und hilft andererseits, Schäden am Boot zu verhindern. Das Reck des Festmachers ist abhängig vom verwendeten Material und von der Konstruktionsweise. Der Ideale Festmacher ist sehr elastisch und verfügt damit über eine besonders gute Dämpfungswirkung.
  • Bruchlast: Die Bruchlast ist die maximale Kraft, die im geraden Zug einen Festmacher wirken kann, bis er bricht. Die Bruchlast wird in Deka-Newton (daN) oder Kilo-Newton (kN) angegeben. Die Bruchlast des Festmacher sollte zur Masse des Bootes passen, damit es auch bei Sturm und starkem Seegang noch sicher vertäut bleibt. Die Bruchlast eines Festmachers wird vermindert durch Abrieb bzw. Scheuerstellen, durch die Einwirkung von Sonnenlicht bzw. UV-Strahlung, ggf. durch Wasseraufnahme und durch Knoten. Daher sollte bezüglich der Bruchlast des Festmachers immer eine gewisse Sicherheitsreserve eingeplant werden.
  • Abriebfestigkeit: Anlegestellen und Liegeplätze haben zumeist viele potenzielle Stellen, an denen Festmacher schamfilen bzw. scheuern können. Da selbst kleine Scheuerstellen die Bruchlast eines Festmachers erheblich herabsetzen, ist darauf zu achten, dass die Festmacher möglichst widerstandsfähig gegen Schamfilung sind. Ideale Festmacher sind also robust und verfügen über eine hohe Scheuerfestigkeit.
  • UV-Beständigkeit: Festmacher sind der Sonne in der Regel lange und stark ausgesetzt. Die UV-Einwirkung beschleunigt die Alterung des Tauwerks und kann dazu führen, dass es spröde, porös oder brüchig wird. Außerdem wird durch UV-Strahlung in der Regel die Elastizität des Festmachers verringert, was wiederum negativen Einfluss auf seine Dämpfungswirkung hat.
  • Handling / Lehnigkeit: Nicht zuletzt sollte ein guter Festmacher auch über ein gutes Handling verfügen. Ein lehniger, gut handhabbarer Festmacher neigt nicht zum Kinken. Er ist schön geschmeidig, so dass er sich leicht belegen lässt, bspw. per Kopfschlag an einer Klampe. Auch das Aufschießen und Spleißen einer lehnigen Leine gelingt in der Regel besser und schneller.
  • Schwimmfähigkeit: Festmacher können schnell einmal ins Wasser fallen. Dann ist es hilfreich, wenn das Material schwimmfähig ist und die Leine nicht in den eigenen oder einen fremden Propeller gerät. Allerdings wird die Schwimmfähigkeit gegenüber den anderen Eigenschaften als untergeordnet angesehen. Im Idealfall sollten ein bis zwei schwimmfähige Festmacher zusätzlich an Bord sein, die aber nicht für die Dauerbefestigung verwendet werden.

Da diese Anforderungen von dem tatsächlich verfügbaren Tauwerk leider nicht alle zugleich erfüllt werden, gilt es hinsichtlich Konstruktion, Material und Preis-Leistungs-Verhältnis den am besten geeigneten Festmacher auszuwählen.

Für Festmacher kommt grundsätzlich Tauwerk in drei verschiedenen Konstruktionsweisen in Frage:

  • Geschlagenes bzw. gedrehtes Tauwerk: Die einzelnen Stränge bzw. Kardeele, aus denen das Seil besteht, werden hier umeinander gedreht. Hauptvorteil der gedrehten Konstruktionsweise im Hinblick auf die Verwendung als Festmacher ist die große Elastizität und die damit einhergehende gute Dämpfungswirkung. Außerdem sind gedrehte Seile sehr gut zu spleißen. Nachteilig ist die geringere Formstabilität und Lehnigkeit: Bei gedrehten Seilen muss darauf geachtet werden, dass sie ihre Drehung nicht verlieren und aufgehen. Insbesondere beim Auf- und Abwickeln muss die Schlagrichtung berücksichtigt werden, sonst bilden sich Kinken.
  • Vierkantgeflecht / Squareline: Für ein besseres Handling kann man auf quadratisch geflochtene Festmacher zurückgreifen. Dafür werden mindestens acht Litzen so miteinander verflochten, dass sich ein annähernd quadratischer Seilquerschnitt ergibt. Quadratgeflecht ist sehr lehnig, lässt sich gut belegen und kinkt nicht. Unter den geflochtenen Konstruktionsweisen weist das Quadratgeflecht den größten Reck auf. Damit verfügt es also ebenfalls über eine gute Dämpfungswirkung.
  • Kern-Mantel-Geflecht: Eine andere Flecht-Konstruktion ist das Kern-Mantel-Geflecht, bei der ein Seilkern den Hauptteil der Last aufnimmt. Der Kern ist von einem Mantel umgeben, der ihn vor Beschädigungen durch Abrieb und Witterung schützen soll. Festmacher in Kern-Mantel-Konstruktion sind sehr robust und gut zu handhaben. Hauptnachteil ist die zumeist geringere Elastizität im Vergleich zu den übrigen Konstruktionsweisen.

Für Festmacher kommt zumeist Tauwerk aus Polyamid, Polyester und Polypropylen in Frage. Die zuvor beschriebenen Eigenschaften eines idealen Festmachers können von diesen Materialien leider nicht alle gleichzeitig bzw. gleich gut erfüllt werden. Im Folgenden haben wir die Vorteile und Nachteile des jeweiligen Materials im Hinblick auf ihre Verwendung als Festmacher für Sie zusammengefasst.

  • Polyamid: Festmacher aus Polyamid (Nylon, Perlon) sind preisgünstig. Das Material ist besonders elastisch und verfügt über eine sehr gute Scheuerfestigkeit. Die Festigkeit und UV-Beständigkeit von Polyamidseilen sind gut. Allerdings nimmt Polyamid sehr leicht Wasser auf und quillt etwas. Dadurch verringert sich die Festigkeit um bis zu 10% und das Material verhärtet bzw. versteift mit der Zeit. Ältere Polyamidleinen sind daher nur wenig lehnig. Polyamid ist nicht schwimmfähig.
  • Polyester: Festmacher aus Polyester sind sehr beständig gegen Schamfilen, UV-Strahlung und Witterungseinflüsse. Die Bruchfestigkeit und das Preis-Leistungs-Verhältnis von Polyester-Festmachern sind ebenfalls als sehr gut zu bewerten. Das Material nimmt sehr wenig Wasser auf, erleidet dadurch aber keinen Festigkeitsverlust und bleibt lehnig. Hauptnachteil von Polyester im Hinblick auf die Verwendung als Festmacher ist die relativ geringe Elastizität: Die Polyesterfaster ist im Vergleich zu Polyamid und Polypropylen am wenigsten dehnfähig. Dieser Nachteil lässt sich durch eine größere Leinenlänge, die Wahl einer gedrehten Konstruktion und ggf. über Ruckdämpfer ausgleichen. Polyester ist nicht schwimmfähig.
  • Polypropylen: Größter Vorteil von Festmachern aus Polypropylen ist ihre Schwimmfähigkeit. Wann immer der Festmacher unbedingt schwimmfähig sein muss, sollte Polypropylen als Material ausgewählt werden. Außerdem hat Polypropylen eine gute Elastizität und ein angenehmes Handling. In den übrigen Punkten ist Polypropylen den anderen Materialien jedoch unterlegen: Festigkeit, UV-Beständigkeit, und Scheuerfestigkeit sind hier am geringsten ausgeprägt.

Der Durchmesser von Seilen bestimmt (neben dem Material) maßgeblich die Bruchlast. Daher sollten die Durchmesser von Festmachern immer passend zum jeweiligen Boot ausgewählt werden. Außerdem sollte eine gewisse Sicherheitsreserve eingeplant werden, um Minderungen der Festigkeit (bspw. aufgrund von Knoten oder Scheuerstellen) kompensieren zu können. Im Zweifel wählen Sie lieber den größeren Durchmesser.

Als grobe Richtgröße zur Bestimmung des richtigen Durchmessers für Festmacherleinen verwendet man üblicherweise die Bootslänge. Für Boote und Yachten bis etwa 16 Meter Länge und Festmacher aus Polyamid oder Polyester gilt die Formel: Festmacher-Durchmesser (mm) = Bootslänge in Meter + 2. Für Polypropylenseile rechnet man dagegen plus vier. Damit ergibt sich die folgende Tabelle:

Bootslänge (ft)20 bis 2626 bis 3333 bis 3939 bis 4646 bis 52
Bootslänge (m)6 bis 88 bis 1010 bis 1212 bis 1414 bis 16
Verdrängung bis max. (t)1251220
Durchmesser in mm (PERLONTWIST, POLYTWIST, PORTO)1012141618
Durchmesser in mm (MULTITWIST schwimmfähig)1214161820

Die allgemeine Empfehlung für Festmacher lautet, mindestens vier Festmacherleinen an Bord zu haben: Je eine Achterleine und Vorleine in 1- bis 1,5-facher Schiffslänge und je eine Achterspring und Vorspring in 1,5- bis 2-facher Schiffslänge. Nur alle vier Festmacher gemeinsam halten ein Boot in Position. Wird dagegen ein Boot bspw. nur mit Vor- und Achterleine festgemacht, kann es durch Wind oder Strömung nach vorne und hinten versetzt werden.

Wer lästiges Umhängen der Festmacher vermeiden möchte, hat noch mehr Leinen an Bord. Empfehlenswert ist es daher mindestens noch einen fünften Festmacher als Reserve vorzuhalten, der im Notfall auch als provisorisches Abschlepptau verwendet werden kann.

Grundsätzlich wächst die Fähigkeit zur Energieaufnahme entsprechend der Elastizität mit zunehmender Länge des Festmachers, d.h. bei gleicher Länge kann ein elastischerer Festmacher mehr Energie aufnehmen als ein weniger elastischer. Umgekehrt lässt sich materialbedingt geringerer Reck durch eine größere Festmacherlänge ausgleichen.

Bootslänge
(Fuß)
Bootslänge
(Meter)
Achterleine, Vorleine
1-fache Bootslänge
(Meter)
Alle Festmacher
1,5-fache Bootslänge
(Meter)
Achterspring, Vorspring
2-fache Bootslänge
(Meter)
206,16912
226,771013
247,371115
267,981216
288,591317
309,191418
329,8101520
3410,4101621
3611,0111622
3811,6121723
4012,2121824
4513,7142127
5015,2152330
5516,8172534

Die Dämpfung sollte im Wesentlichen durch den Festmacher selbst geschehen, nämlich durch die Auswahl des passenden Materials und einer geeigneten Konstruktionsweise. Bei kleinen Booten können am Liegeplatz zusätzlich auch Ruckdämpfer aus Hartgummi oder in Form einer Stahlfeder eingesetzt werden. Bei großen Schiffen werden teilweise sogenannte Recker bzw. „Mooring Tails“ für die Dämpfung eingesetzt.

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