Forstseile: Chokerseil, Baumzugseil, Fällhilfeseil aus Kunststoff

In dieser Kategorie können Sie Forstseile aus Kunstfasern, insbesondere aus der High-Tech-Faser HMPE, bestellen.

HMPE-Seile bringen beim Einsatz in der Forsttechnik entscheidende Verbesserungen mit sich, so dass sie mittlerweile eine echte Alternative zu den traditionell in der Forstwirtschaft bewährten Stahlseilen darstellen. Das Anwendungsspektrum von HMPE-Forstseilen umfasst sowohl das Holzrücken mittels Choker- und Windenseil im Bodenzug als auch die Forstseiltechnik im Bergwald / Steilgelände (Seilbahnbringung bspw. mithilfe von Kippmastgeräten).

Zwar ist der Preis von HMPE-Seilen höher als der von Stahlseilen, jedoch amortisiert sich diese höhere Investition innerhalb kürzester Zeit wie die positiven Erfahrungen innovativer Forstbetriebe gezeigt haben.

Zu dieser Frage haben insbesondere Forstwissenschaftler und -techniker der Oregon State University im universitätseigenen Versuchswald umfangreiche Forschungsarbeiten durchgeführt. So haben die Forscher HMPE- und Stahldraht-Forstseile im Praxiseinsatz miteinander verglichen. Und das Ergebnis ihrer Forschung ist eindeutig: Ja, HMPE-Forstseile sind den Stahlseilen in der Gesamtbeurteilung sogar überlegen!

Das Kunstfaserseil hat bei der Verwendung zu Holzernte im Vergleich zum Stahlseil nur wenige Nachteile: Der höhere Preis bei der Anschaffung sowie eine geringere Toleranz gegenüber Schnitten und Schockbelastungen aufgrund von Fehlanwendungen.

Während die beiden letztgenannten Kritikpunkte bei einem pfleglichen und sachgemäßen Umgang mit den Kunstfaserseilen weitgehend ausgeschlossen werden können, macht sich der größere Investitionsbedarf durch die vielen praktischen Vorteile im Umgang mit dem HMPE-Seil schnell bezahlt.

Inzwischen haben auch immer mehr Forstbetriebe diese Vorteile für sich entdeckt und mustern ihre alten Stahlseile zugunsten leichter HMPE-Seile aus. Dass dazu ggf. Anpassungen der betrieblichen Arbeitsweisen notwendig sein können, haben auch die Anbieter von Weiterbildungen erkannt. Daher werden zunehmend Lehrgänge für den sachgemäßen Umgang mit Kunstfaser-Forstseilen angeboten.


Die Vorteile von HMPE-Forstseilen sind sehr mannigfaltig: Der größte Vorteil ist das wesentlich geringere Gewicht der HMPE-Seile. So spart man beim Ersatz eines schweren Stahlseils durch ein HMPE-Seil rund 80% des Gewichts — bei gleicher oder sogar höherer Bruchlast.

Aus der drastischen Gewichtseinsparung bzw. dem deutlich besseren Verhältnis von Bruchlast und Gewicht resultieren die vielen Vorteile bei der Verwendung des Seils:

  1. Ergonomische Vorteile
  2. Produktivitätssteigerungen
  3. Verbesserte Arbeitssicherheit
  4. Vorteile beim Windeneinsatz

Ergonomische Vorteile bei Handhabung und Transport der Seile

Die Tätigkeit eine stählernes Rückeseil zum eingeschlagenen Holz zu bringen ist sehr anstrengend — vor allem, wenn das Seil bergauf gezogen werden muss. Waldarbeiter sind daher begeistert von der spürbaren Arbeitserleichterung aufgrund des geringen Gewichts von HMPE-Forstseilen. Dieser gefühlte Eindruck konnte auch durch die forstwissenschaftliche Forschung bestätigt werden: Der Ersatz eines Stahlseils durch ein HMPE-Seil führt bei identischen Tätigkeiten zu einer geringeren Belastung des Herz-Kreislauf-Systems und nach Beendigung der eigentlichen Anstrengungen waren kürzere Erholungszeiten notwendig.

Produktivitätssteigerungen: Wirtschaftliche Konsequenz der verbesserten Ergonomie

Aufgrund der genannten ergonomischen Vorteile führt die Verwendung von Forstseilen aus HMPE-Kunstfasern nachweislich zu einer gesteigerten Produktivität. So können Wegzeiten beim Transport der Seile und Aufbauzeiten für Kippmastgeräte und Seilbahnen deutlich reduziert werden. Teilweise ist auch weniger Personaleinsatz erforderlich. Das insgesamt wesentlich einfachere Handling der Faserseile führt also zu einem höheren Ertrag je Zeiteinheit, so dass HMPE-Forstseile auch ökonomisch gesehen die bessere Alternative sind.

Verbesserte Arbeitssicherheit / Verminderung von Verletzungsgefahren

Abstehende gebrochene Drähte und Litzen (die sogenannten "Fleischhaken") gehören der Vergangenheit an. Die Verletzungsgefahr bei der Handhabung von Kunstfaserseilen ist somit deutlich geringer.

Das geringere Gewicht (genauer: die geringere Massenträgheit) von HMPE-Seilen vermindert zudem das Risiko eines im Falle des Reißens wild umherschlagenden Seils und daraus resultierende Schäden und Verletzungen.

Natürlich darf der Einsatz eines Kunstfaserseils nicht zu Nachlässigkeiten führen. So müssen die Anwendungshinweise des Herstellers und die berufsgenossenschaftlichen Vorschriften zur Unfallverhütung weiterhin unbedingt beachtet werden.

Vorteile beim Windeneinsatz

HMPE-Forstseile sind in der Regel 12-fach geflochten. Daher weist das Seil keine konstruktionsbedingte Torsion auf. Dieser Faktor und die allgemein größere Geschmeidigkeit führen dazu, dass sich Forstwindenseile aus HMPE besser aufspulen lassen und sich das Seil gut auf die Trommel legt. Sollte es dabei doch einmal zu Quetschungen des Seils kommen, lassen sich diese von Hand leicht wieder auflösen. Falls aufgrund der höheren Bruchlast ein im Vergleich zum Stahlseil geringerer Seildurchmesser verwendet werden kann, lässt sich außerdem mehr Seillänge auf die Winde spulen, was den Arbeitsbereich vergrößert.


Über diese vier wichtigen Punkte hinaus sind noch weitere Vorteile zu nennen:

HMPE-Seile ohne Mantel sind sehr leicht zu spleißen, so dass sowohl Endverbindungen (Augspleiß, Augspleiß mit Kausche) als auch die Verbindung zweier Seilstücke (Verbindungsspleiße), bspw. zum Austausch einer schadhaften Stelle, sehr leicht und mit einfachen Werkzeugen vorzunehmen sind. Das Spleißen kann im Bedarfsfall von einem kundigen Anwender auch vor Ort vorgenommen werden. Die dazu notwendigen Spleißwerkzeuge finden Sie selbstverständlich ebenfalls bei uns im Shop.

Nässe oder Kälte können HMPE-Forstseilen nichts anhaben. HMPE-Seile korrodieren nicht, benötigen keinerlei Schmierstoffe und sind unempfindlich gegenüber den in der Fortwirtschaft typischerweise eingesetzten Betriebsstoffe und Chemikalien.